verborgenes

Dreckloch

Laufhaus

Nachtcafe

Reise nach Babylon

Dreckloch

Es stinkt
nach Lufterfrischer hier
und nach Urin
nach Schmutz
nach Dreck

Nach dauerfeuchte
wilde Gier
in Taschentüchern
dort im Eck

Es kommt nicht her
wer ohne Zwang
wer ohne Not
und Notdurft ist

Nur wer gepeinigt
voller Drang
und Druck
hat diesen Ort vermisst

Erleichter sich
in voller Pracht
vor unerwünschtem
Blick versteckt

Nur der
der hier Geschäfte macht
und gern
in fremden Löchern steckt

(Copyright: hendrik martin eißler)================================================================================

Laufhaus

 

Hämisch

grinst sie

die Gier

 

Der Eingang

verschluckt mich

 

Ein schwarzer Schlund

 

Ich laufe…

 

…die Treppe

empor

durch schwüle

enge

endlose Gänge…

 

…vorbei an

grotesken Gestalten

und flüchtigen Schatten…

 

…vorbei an

bizarren Träume

in halboffenen Türen…

…ich laufe

soweit

bis sich die Gier

in einem Bild

in einer Gestalt

in einem Gesicht

mir zeigt…

 

…und ich verharre…

 

…für einen Moment,

für den Augenblick

der Lust

und zahle den Preis

meiner Gier

 

(Copyright: hendrik martin eißler) 

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Nachtcafe

Der Ventilator
kämpft sich durch
sehnsuchtsschwere Luft
übertüncht
lautstarke Musik
augenbetäubende Schreie
und verstummte Träume
aus angsttrüben Gläsern
in denen der Träumer
schon ertrunken
ist die Nacht
geschminkt wie Jana
die dunkelrote
Wünsche bündelt
um sie sodann
dem Wünschenden
abzuschminken
wenn sie stirbt
diese Nacht
und Morgenlicht
ihr Make-up durchleuchtet
bleibt nur ein Traumrest
den es nicht mehr
lohnt zu träumen

 

(Copyright: hendrik martin eißler) 

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Reise nach Babylon

Wenn Vernunft sich schlafen legt
erwacht meine Sucht zum Leben
und dein Gift lässt entschweben
Reise zur Faszination
im Gepäck Irritation
zieht deine Magie mich hin
wo ich nur ein Schatten bin
hast du dich zu grell geschminkt
wie die Nutten dieser Nacht
hast du mich falsch angelacht
führst du mich nach Babylon
unter deinen schwarzen Thron
unter deinem kalten Licht
sehe ich die Wahrheit nicht

Türme ragen in den Himmel
durch Unendlichkeiten wälzend
mit dem Firmament verschmelzend
schwarzer Rand der Neonwelt
wer von dort nach unten fällt
wird auf dem Asphalt zerschmettern
ganz so wie es dir gefällt
komm zu mir und helfe mir
zeige mir den Weg zu dir
muss dich spüren fühlen atmen
in mich saugen voller Gier
führe mich weit weg von hier
denn in deinem Traumgesicht
sehe ich die Wahrheit nicht

Göttin über meinen Sinn
willst mich schützen willst mich blenden
wo soll diese Reise enden
Geliebte Verführerin
könnte ich nur von dir lassen
rastlos streif ich durch die Gassen
will dich lieben will dich hassen
warum machst du’s mir so schwer
mit der Zeit da wirst du mich
durch dein Feuer ganz verzehren
glaube mir ich will nicht mehr
es gibt für mich nur noch dich
oder vielleicht doch ein Ich
wunderschön und widerlich

 

(Copyright: hendrik martin eißler) 

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Magisches Theater

inspiriert durch Hermann Hesse „Der Steppenwolf“

 

Anarchie in den Gedanken
lässt das traute Selbstbild wanken
von dem Wolf der einsam suchend
stetig flüchtig – stetig fluchend

Hier im magischen Theater
wächst Instinkt zu dem Berater
dass wer sich
durchs Leben windet
Wege zur Erkenntnis findet

Raum zum Leben – Raum zum Lachen
und den Wolf zur Beute machen
statt ein Opfer seiner Lügen
mich zersplittern – wieder fügen
wieder sammeln – mich vergießen
Vielfalt meiner Ichs genießen
um dem Weltenlauf zu höhnen
mit Humor dem Dasein frönen

Spiele zwischen Licht und Schatten
haben was wir niemals hatten
halten was wir schon verloren
leben – sterben – neu geboren

Statt Vernunft die uns entzückte
ist hier Platz nur für Verrückte
Vorhang auf im Seelenland
Eintritt kostet den Verstand

 

(Copyright:

hendrik martin eißler)