erotisches

Erotika

Momentaufnahme

Dreisamkeit

Das Spielzeug

Erotika

So lange war der Tag, noch länger wird die Nacht.
Die Kinder hat sie heut’ zu Oma weggebracht.
Die Dunkelheit zieht sie in ihren fremden Bann. 
Das neue schwarze Kleid zieht sie heut’ Abend an.

Als sie beim Schminken dicht vor ihrem Spiegel steht,
da stellt sie fest wie schnell die Zeit nun mal vergeht.
Wie lange träumt sie schon? Wartet sie schon darauf?
Den neuen Lippenstift trägt sie heut’ Abend auf.

In ihrem Herzen tief, ist es ihr kühl und bang. 
Auf den Moment freut sie sich jetzt schon viel lang.
Und als sie sich dann so vor ihrem Spiegel dreht,
vertreibt der Mut die Angst und die Nervosität.

Jetzt schaut sie noch einmal durch’s Fenster in die Nacht. 
Sie weiß es ganz genau, dass sie nicht’s Falsches macht.
Denn sie war schon so lang’, zu lange nicht mehr da. 
Heut’ Abend geht die Reise nach Erotika. 

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Momentaufnahme

Du gehst auf hohen Schuhen.


Enge Jeans umhüllen
deine wohlgeformten Beine,
spannen sich
über deinen runden Knackpo.

Vorwitzig lugt ein String hervor.

Das Top ist knapp.
Frech zeigst du der Welt
deinen Bauchnabel,
und der Ausschnitt
lässt deine schönen, festen Brüste
erahnen.

Deine wilde Mähne
umrahmt
ein zartes, liebliches Gesicht,
aus dem
zwei fröhliche, glänzende Augen
strahlen.

Ich betrachte dich
und genieße
diesen Augenblick.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Dreisamkeit

Er erreicht das große Tor,
steht erwartungsvoll davor,
läutet, jemand lässt ihn ein, 
er tritt zögerlich hinein.

Tief der Wunsch in ihm versteckt, 
die Zwei haben ihn entdeckt.
Er wird Teil geheimer Welt, 
bis die letzte Scham zerfällt.

Nun erwacht in ihm die Glut,
und er fasst sich endlich Mut.
ist bereit zum nächsten Schritt,
er wird Teil des Spiels zu dritt.

Und er gibt sich ihnen hin,
ist dazwischen, mittendrin,
fühlt es tief, fühlt es bewusst,
fühlt das Meer verborgner Lust.

Fühlt den Traum, der sich erfüllt,
in der Wollust eingehüllt,
in der wilden Gier verpackt,
fühlt die Geilheit, heiß und nackt,

Er ist Fremder, Freund, Bekannter. 
ist Geliebter, Lustverwandter,
macht das Spiel in ihrem Bett
durch die Dreisamkeit komplett.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Das Spielzeug

Sie wartet schon, sie ist bereit,
verbotener Glanz, verbotenes Kleid. 
Sie ist die Herrin ganz allein, 
er soll heute ihr Spielzeug sein.

Er kommt zu ihr, gibt sich ihr hin, 
verbotener Wunsch in seinem Sinn. 
In seinen Augen, seinem Blick, 
Verlangen, es gibt kein Zurück.

Liebe ist Schmerz, Liebe ist Pein, 
es gibt nur „ja“, es gibt nur „nein“. 
Sie ist so mächtig, er ist klein. 
Er will heute ihr Spielzeug sein.

Sie ist so schön, so interessant, 
sie ist so stolz, so arrogant. 
Sie ist so streng, so elegant, 
sie ist so stark, so dominant.

Nun spielen sie das alte Spiel, 
voll Leidenschaft, voller Gefühl. 
Voll Schmerz und Demut, voller Pein.
  Er wird heute ihr Spielzeug sein.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Magisches Theater

inspiriert durch Hermann Hesse „Der Steppenwolf“

 

Anarchie in den Gedanken
lässt das traute Selbstbild wanken
von dem Wolf der einsam suchend
stetig flüchtig – stetig fluchend

Hier im magischen Theater
wächst Instinkt zu dem Berater
dass wer sich
durchs Leben windet
Wege zur Erkenntnis findet

Raum zum Leben – Raum zum Lachen
und den Wolf zur Beute machen
statt ein Opfer seiner Lügen
mich zersplittern – wieder fügen
wieder sammeln – mich vergießen
Vielfalt meiner Ichs genießen
um dem Weltenlauf zu höhnen
mit Humor dem Dasein frönen

Spiele zwischen Licht und Schatten
haben was wir niemals hatten
halten was wir schon verloren
leben – sterben – neu geboren

Statt Vernunft die uns entzückte
ist hier Platz nur für Verrückte
Vorhang auf im Seelenland
Eintritt kostet den Verstand

 

(Copyright:

hendrik martin eißler)