dunkles

Depression

Morgengrauen

Die Hatz

Kurz vor Drei

Depression

Die Ratten flüchten aus der Stadt

auf der Suche
nach dem letzten Abendmahl

Schwarze Mäuler
erbrechen Dunkelheit
über die Häuserschluchten

Der Bulle wurde geschlachtet
jedoch der Bär
treibt weiter sein Unwesen

Tränen auf Armani Anzügen
aber das Fest
muß weiter gefeiert werden

Zwischen Hummer und Kaviar
liegen die Nutten
ungevögelt auf den Tischen

Selbstbedienung Selbstmitleid
Selbstbefriedigung
Zeit der Depression

Doch bald schon kommt der Morgen
und mit ihm die Ratten
zurück in die Stadt

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Morgengrauen 

Die Ratten nagen 
unverdaute Träume. 
Der müde Mond 
hat Sternenschimmer satt. 
Ein Morgentroll 
legt Tau auf träge Bäume 
und er erbricht, 
den Tag über die Stadt. 

Die Nacht ist alt, 
bald Zeit sie zu bestatten. 
Ein erster Schein 
fällt auf die graue Wand. 
Dinge und Wesen 
werfen wieder Schatten. 
Die Dunkelheit 
versumpft am Zeitenrand. 

Wünsche verotten, 
Trugbilder verblassen. 
Der Himmel blutet, 
dein Gesicht zerbricht. 
Ein Säufer singt 
in den sonst stillen Gassen. 
Du drehst dich um, 
entschwindest in das Licht.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Die Hatz


Sie wittern ihrer Beute Spur,
du läufst und läufst,
doch folgst du nur
der Angst.
„Nur weiter, weiter nur,
du kannst, du willst, du musst.“

 

Durch dunkle Sträucher flackert Licht,
die Äste peitschen dein Gesicht.
Es rinnt das Blut,
du spürst es nicht.
„Du kannst, du willst, du musst.“

Die Meute jaulend hinter dir,
Baumwurzeln greifen voller Gier
nach deinem Fuß:
„So bleib doch hier.
Du kannst, du willst, du musst.“

Dir schlägt dein Herz zum Hals heraus,
du strauchelst,
stolperst,
fällst mit Graus.
„Steh auf, steh auf!
Sonst ist es aus.
Du kannst, du willst, du musst.“

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Kurz vor Drei

Es war die Nacht,
die mich im Schlaf umhüllte
und schweißgebadet
bin ich hoch geschreckt.

Es war ein Traum,
der niemals sich erfüllte,
nur ein Gedanke
in der Nacht erweckt.

Ich bin verstört,
ich strecke meine Glieder,
erzähl dem Mond
was ich im Traum erlebt.

Ich schließ die Augen
und ich träume wieder
den Traum der sich
aus tiefster Nacht erhebt.

 

(Copyright: hendrik m

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Magisches Theater

inspiriert durch Hermann Hesse „Der Steppenwolf“

 

Anarchie in den Gedanken
lässt das traute Selbstbild wanken
von dem Wolf der einsam suchend
stetig flüchtig – stetig fluchend

Hier im magischen Theater
wächst Instinkt zu dem Berater
dass wer sich
durchs Leben windet
Wege zur Erkenntnis findet

Raum zum Leben – Raum zum Lachen
und den Wolf zur Beute machen
statt ein Opfer seiner Lügen
mich zersplittern – wieder fügen
wieder sammeln – mich vergießen
Vielfalt meiner Ichs genießen
um dem Weltenlauf zu höhnen
mit Humor dem Dasein frönen

Spiele zwischen Licht und Schatten
haben was wir niemals hatten
halten was wir schon verloren
leben – sterben – neu geboren

Statt Vernunft die uns entzückte
ist hier Platz nur für Verrückte
Vorhang auf im Seelenland
Eintritt kostet den Verstand

 

(Copyright:

hendrik martin eißler)