Sonette

Herbstsonett

Regensonett

So nett

Sonett an Janette

Schmierfinke

Herbstsonett

Komm, geh mit mir durch schöne Streuobstwiesen,
die Welt zeigt sich mit herbstlichem Gesicht.
Natur erstrahlt im schönsten Spätjahrslicht,
und selbst der Wind kann uns dies nicht vermiesen.

Komm, geh mit mir durch die gelb-roten Wälder,
das Laub knirscht leise unter jedem Schritt.
Erinnerungen nehm ich gerne mit
beim Anblick der inzwischen kahlen Felder.

Dort ist der Platz wo wir zusammen lagen,
halbnackt und einsam auf  der grünen Flur,
an den so herrlich warmen Sommertagen.

Die Leidenschaft ganz frei in der Natur,
will ich im kühlen Wind jedoch nicht wagen,
heut’ Abend in der warmen Stube nur.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Regensonett 

Hinaus, hinaus, lasst uns im Regen spielen! 
Der Himmel war zu lange wolkenlos, 
die Erde trocken, unser Durst so groß 
und jeder Tag war einer unter vielen. 

Hinauf, hinauf, lasst uns auf Wolken reiten! 
Die Fantasie kennt heute keine Rast, 
Melancholie ist für uns keine Last, 
wird uns den Blick fürs Wesentliche weiten. 

Hinaus aus Mauern, raus aus alten Zwängen, 
aus Alltags starken, viel zu engen Fängen, 
das Dauerschön langweilte uns zu sehr. 

Hinauf, dorthin, wo wilde Winde wehen, 
wo Sonnenstrahlen wachsen und vergehen. 
Schau, nach dem Regen glänzen sie noch mehr.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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So nett

Sie war so nett und eine Augenweide

im kurzen Kleid, die schöne Bernadette.

Am Maientag, da trafen wir uns beide,

das feuchte Gras war unser Himmelbett.


Es rutschte mir das Hirn tief in die Hose,

voll wilder Gier nach diesem heißen Weib,

fand ich den Pfad hinab zu ihrem Schoße,

schnell riss ich ihr den dünnen Stoff vom Leib


Und so geschah, was näher nicht beschrieben,

wild wollt’ ich sie auf jener Wiese lieben,

doch plötzlich sprach zu mir die Bernadette:


„Ach, gerne lass ich mich von dir verführen,

und möchte dich begehrend in mir spüren,

doch nur mit Gummi, bitte sei so nett.“

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Sonett an Janette

 

Ach, schöne Janett’, ganz ohne Korsage,

so habe ich dich bisher nie geseh’n.

Es ist an der Zeit, ich weiß ich muss geh’n.

Sie warten auf dich schon in der Passage.

 

Ach, schöne Janett’, ich weiß du heißt Anke.

Feuer und Schnee hast du mit mir geteilt.

Sag, wohin sind nur die Stunden enteilt?

Willst du denn, dass ich mich dafür bedanke?

 

Du fragst mich leise:  „Wann kommst du denn wieder?“

und zwängst dich dabei fest in dein Dienstmieder.

Es ruft dich die Pflicht, du machst dich bereit.

 

Nun sind sie vorbei, die zu kurzen Stunden,

du fragst mich traurig:  „Wie weit ist ganz unten?“

Ach, schöne Janett’, ganz unten ist weit.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Schmierfinke

Öde und kalt sind die Farben der Erde,
trist und karg ist das Alltagseinerlei.
Deshalb macht uns dieses Leben nie frei,
nur als Mitläufer in der Menschenherde.

Wir malen Bilder mit unseren Worten,
auf den Leinwänden uns’rer Fantasie.

Jedoch erreichen wir die Menschen nie,
wenn wir die Schätze im Kämmerlein horten.

Darum lasst uns graue Mauern verzieren,
lasst uns mit Farbe die Wände beschmieren,
gleich ob’s der Kritikermeinung gefällt.


Träume, sie kennen für uns keine Schranken,
denn wir besitzen die Kraft der Gedanken,
damit die buntesten Farben der Welt.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Hierzu durfte ich mit dem Gedicht "Leandro" meinen Beitrag leisten