nachdenkliches

Zentrifuge

Abfluss

Der Kastanienbaum

Mann im Regen

Körperwelten - Seelenwelt

Zentrifuge 

Rotierende Schatten 
Zerrbilder der Wahrheit 
in der Zentrifuge 
verdreht sich die Welt 

Unendlich berauschend 
noch schneller und schneller 
entweichen Gedanken 
der Sinn wird entstellt 

Zurück bleibt die Hülle 
entleert und gepeinigt 
die wankend und stinkend 
am Boden zerfällt

 

(Copyright: hendrik martin eißler)


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Abfluss

Durch den Abfluss
des Verdrängens
fließen Ströme
des Vergessens
münden die
Erinnerungen
bald im Ozean
des Nichts

Doch ihr Sog
er zieht mich wieder
durch die dunklen
engen Rohre
bitter schmeckt
vergangne Wahrheit
bis das Jetzt
in ihr ertrinkt

 

(Copyright: hendrik martin eißler)


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Der Kastanienbaum

Vom Schreibtisch aus konnt' er ihn sehn,
zur Pause zu ihm rüber gehn,
im Innenhof, auf engstem Raum,
stand mächtig ein Kastanienbaum

Herr Schmidt, stets freundlich, immer nett,
war pünktlich und war stets adrett,
sein Blick ging oftmals, wie im Traum,
hinüber zum Kastanienbaum.

Es war zur Pause, Mittagszeit,
da hat Herr Schmidt sich selbst befreit,
kam nicht zurück in seinen Raum.
Herr Schmidt hing am Kastanienbaum
.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)


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Mann im Regen

Auf der andern Straßenseite
sah ich ihn im Regen stehn
konnte seine Blicke sehn
und schnell suchten sie das Weite
ohne etwas zu verstehn


zwischen uns war diese breite
Straße und er war im Streite
mit sich selbst
er schien zu flehn
ständig auf und ab zu gehen
dabei um sich selbst zu drehn


und sein Blick traf aus Versehn
auf der andern Straßenseite
mich
sah er im Regen stehn
und ich suchte schnell das Weite
so als würd nicht verstehn

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Körperwelten – Seelenwelt

Es ist nur die Wahrheit,
die schrecklich empfunden.
Ein Körper zerbrechlich
und trotzdem so stark.

Tief unter der Hülle,
da klafft manche Wunde.
Sie offen zu sehen
erschüttert ins Mark.

Ganz ohne Gesicht,
bizarre Gestalten.
Was früher mal Mensch war,
ist nur noch Objekt.

Ich stehe davor,
ich muss innehalten.
Es ist die Erkenntnis,
die mich hier erschreckt.

Was ist schon der Mensch
so ganz ohne Leben?
Ein Wunder der Schöpfung,
der Automation.

Nur tote Materie
der Welt übergeben.
Komplexe Maschine
voll Faszination.

So kann Wissenschaft
Details plastizieren.
Zur Ansicht, zur Einsicht
der Mensch ausgestellt.

Doch noch nicht gelungen
ist zu balsamieren,
des Menschen Geheimnis,
seine Seelenwelt
.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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