mystisches

Teufelskreis

Leichenschmaus

Der Rabe

Nr. 17

Mondgebet

Teufelskreis

Die Irrlichter führen
auf finsteren Wegen
zum Schloss ihres Meisters
für das Ritual
durch nachtschwarze Sträucher
gewachsener Ängste
erscheinen die Schatten
in wachsender Zahl

Das Heer der Verdammten
als trutzende Mauer
im Kreis fest umschlungen
formiert sich zum Tanz
ein grölender Reigen
rückt enger zusammen
wer in seiner Mitte
verspürt dunklen Glanz

Gehorsame Sklaven
des mächtigen Meisters
sie hören sein Rufen
und folgen ihm still
geblendete Diener
auf finsteren Wegen
die Irrlichter führen
wohin er sie will

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

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Leichenschmaus

Lächelnd zog sie mich
an kräftigen Händen
und führte mich durch
die Zweifel dorthin
wo die Leichen der Zeit
nachts verkehren

Gierige Träume
in unseren Köpfen
so saßen wir nun
beisammen zum Schmaus
von der sterbenden Zeit
uns zu nähren

Zärtlich nahm sie mich
in offene Arme
und führte mich durch
die Kälte dorthin
wo die Leichen der Zeit
sich verzehren

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Der Rabe

Der Regen trommelt laut aufs Dach,

er weckt mich nicht, ich bin schon wach,
zulange schon,
zu monoton
ist diese Nacht.

Der Rabe ruft mich leis und sacht.

Er schlägt ans Fenster, kenne ihn,
er fordert mich mit ihm zu zieh’n:
„Komm, folge mir,
ich zeige dir…“
„Nein, ich bleib hier!“


Was dieser Geist auch zu mir spricht,
ich folge nicht.

Der Regen schlägt mir ins Gesicht,
der Rabe auf der Schulter sitzt.
Er weiß den Weg, ich kenn ihn nicht,
er lacht verschmitzt.

„Sag, welchen Weg hast du bestimmt?
Sag mir wohin?“
„Wo diese Nacht kein Ende nimmt,
gehe dorthin.“

„Ach, Rabe, warum quälst du mich,

so widerlich?“
„Du weißt ich lass dich nicht im Stich,
dein zweites Ich.“

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Nr. 17

Lange war ich auf der Suche,
hab aus Zufall dich gefunden,
du bist Schutz, ein Ort der Zuflucht,
nur für ein paar kurze Stunden.

Doch die Nacht, sie wird nicht müde
schlaflos sitze ich nun hier,
mühsam nur dreht sich der Zeiger,
Schatten stehen mir Spalier.

Hör die Katze vor dem Fenster,
laut, gespenstisch ist ihr Schrei.
Du bist Heimat bis zum Morgen,
dann gibst du mich wieder frei.

Kurz hat mich der Schlaf genommen,
es weckt mich der Sonnenschein,
packe meine sieben Sachen,
eilig lass ich dich allein.

Doch du wirst nicht einsam bleiben,
denn der Nächste wartet schon,
bis ich endlich von dir lasse,
unten an der Rezeption
.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Mondgebet

Kühles Licht der Dunkelheit, 
erweckst mich zur Schlafenszeit. 
Führst mich leise, führst mich sacht, 
durch die stille Vollmondnacht.

Schutzpatron einsamer Seelen, 
was sie dir alles erzählen. 
All die Träume, all die Sorgen, 
hältst du tief in dir verborgen.

Du stiller Freund zur späten Stund. 
Verschworen im geheimen Bund.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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