dunkles

Kurz vor Drei

Die Hatz

Depression

Winterstarre

Letzter Schultag (2)

Kurz vor Drei

Es war die Nacht,
die mich im Schlaf umhüllte
und schweißgebadet
bin ich hoch geschreckt.

Es war ein Traum,
der niemals sich erfüllte,
nur ein Gedanke
in der Nacht erweckt.

Ich bin verstört,
ich strecke meine Glieder,
erzähl dem Mond
was ich im Traum erlebt.

Ich schließ die Augen
und ich träume wieder
den Traum der sich
aus tiefster Nacht erhebt.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Die Hatz


Sie wittern ihrer Beute Spur,
du läufst und läufst,
doch folgst du nur
der Angst.
„Nur weiter, weiter nur,
du kannst, du willst, du musst.“

 

Durch dunkle Sträucher flackert Licht,
die Äste peitschen dein Gesicht.
Es rinnt das Blut,
du spürst es nicht.
„Du kannst, du willst, du musst.“

Die Meute jaulend hinter dir,
Baumwurzeln greifen voller Gier
nach deinem Fuß:
„So bleib doch hier.
Du kannst, du willst, du musst.“

Dir schlägt dein Herz zum Hals heraus,
du strauchelst,
stolperst,
fällst mit Graus.
„Steh auf, steh auf!
Sonst ist es aus.
Du kannst, du willst, du musst.“



(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Depression

Die Ratten flüchten aus der Stadt

auf der Suche
nach dem letzten Abendmahl

Schwarze Mäuler
erbrechen Dunkelheit
über die Häuserschluchten

Der Bulle wurde geschlachtet
jedoch der Bär
treibt weiter sein Unwesen

Tränen auf Armani Anzügen
aber das Fest
muß weiter gefeiert werden

Zwischen Hummer und Kaviar
liegen die Nutten
ungevögelt auf den Tischen

Selbstbedienung Selbstmitleid
Selbstbefriedigung
Zeit der Depression

Doch bald schon kommt der Morgen
und mit ihm die Ratten
zurück in die Stadt

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Winterstarre 

Der Schnee 
auf meiner Seele 
dämpft 
die Schreie 
und die Kälte 
lässt mich 
langsamer werden 

Das Eis hängt 
in Zapfen 
an den Dingen 
die mich einst 
erwärmten 

Ich bin müde 
doch finde 
keinen Schlaf 

So verharre ich 
regungslos 
in mir selbst 
und träume 
der Frühling 
käme bald 

Der Schnee 
dämpft 
die Schreie

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Letzter Schultag (2)

 

Amoklauf!
Reporter hetzen
Schock und Tränen,
das Entsetzen,
Polizei und Krankenwagen,
viel zu viele offne Fragen,
und das Klagen,
die, die sagen,
dass sie irgendetwas wüssten,
ja, sie müssten,
umschalten auf den Report,
der vor Ort,
live vom Mord
Öffentlichkeit informiert.
Um zu senden was passiert
werden Interviews geführt,
Hintergründe aufgespürt,
und Geschichten ausgeziert.

Man kennt deinen Namen schon.
Ist Berühmtheit nun dein Lohn
den man dir sonst nicht gegeben?
Was war los in deinem Leben?
Welches Ziel hatte dein Streben?
Ein Spur, die blutig rot.
Kann es eine Antwort geben,
eine Antwort auf den Tod?

Schock, Entsetzen
und die Trauer.
Viel zu viele Leichenwagen.
Särge werden nun getragen
und so viele offne Fragen.

Reaktion wird angemahnt.
Wer hat es voraus geahnt?
Schuldzuweisung gibt viel.
War es ein Computerspiel?
Vielleicht Eltern?
Oder Lehrer?
Waffenlobby?
Geldvermehrer? 
Die Welt in dir,
um dich herum?
Du warst und bleibst
für immer stumm.

 

(Copyright: hendrik martin eißler)

 

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Hierzu durfte ich mit dem Gedicht "Leandro" meinen Beitrag leisten